Öffentliche Auslegung der 31. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Winsen (Aller)

Öffentliche Auslegung der 31. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Winsen (Aller)

a) Entwurfsbeschluss

b) Öffentliche Auslegung gemäß § 3 (2) BauGB

  1. Der Verwaltungsausschuss (VA) der Gemeinde Winsen (Aller) hat in seiner Sitzung am 18.09.2018 den Entwurf der 31. Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen. Gleichzeitig hat er dem Entwurf und der dazugehörigen Begründung mit Umweltbericht zugestimmt.
  2. In gleicher Sitzung hat der Verwaltungsausschuss (VA) der Gemeinde Winsen (Aller) die öffentliche Auslegung gemäß § 3 (2) BauGB beschlossen.

Anlass für die 31. Änderung des Flächennutzungsplans ist die geplante Errichtung eines

Wohngebäudes und Gebäude für die Pferde- und Kleintierhaltung am westlichen Rand der

Ortschaft Meißendorf, südwestlich des Wiesenweges. Die Flächen werden derzeit landwirtschaftlich genutzt. Die Gemeinde Winsen (Aller) bereitet die Errichtung der Gebäude durch die Darstellung eines Sonstigen Sondergebietes mit der Zweckbestimmung „Wohnen mit Tieren“ planungsrechtlich vor. In die Darstellung werden auch die beiden südöstlich angrenzenden ehemaligen Hofstellen einbezogen und als gemischte Bauflächen dargestellt.

Geltungsbereich
Die 31. Flächennutzungsplanänderung liegt am westlichen Rand der Ortschaft Meißendorf, südwestlich des Wiesenweges. Der Änderungsbereich wird im Südosten durch die Brückenstraße begrenzt. Die nordöstliche Grenze des Änderungsbereiches wird durch den Wiesenweg gebildet. In südlicher und westlicher Richtung schließen ackerbaulich genutzte Grundstücke an. Die genaue Lage des Plangebietes kann der nachfolgenden Abbildung entnommen werden.

Es wird der Öffentlichkeit Gelegenheit zur Stellungnahme zu der beabsichtigten Bauleitplanung gegeben. Gemäß § 3 (2) BauGB liegt der Entwurf der 31. Änderung des Flächennutzungsplanes mit Begründung und Umweltbericht ab dem 12.10.2018 bis einschließlich dem 13.11.2018 im Flur des Niefindthauses, Am Amtshof 7, Fachbereich II, Fachdienst Gemeindeplanung u. Tiefbau, 29308 Winsen (Aller), während der Sprechzeiten

Montag – Freitag        8.30 Uhr – 12.00 Uhr
Donnerstag                 8.30 Uhr – 12.00 Uhr und 14.00 Uhr -18.00 Uhr

zu jedermanns Einsichtnahme öffentlich aus.

Sie haben dort auch Gelegenheit Fragen zu stellen und Ihre Stellungnahme schriftlich oder zur Niederschrift vorzubringen. Es besteht auch die Möglichkeit einen Termin außerhalb der Öffnungszeiten für die Einsichtnahme zu vereinbaren. Auskunft erteilt Frau Sauer, Am Amtshof 7, Zimmer 0.02, Tel.: 05143/9888-48. Während der Auslegungsfrist können Stellungnahmen, gerne auch per E-Mail an gemeindeplanung(at)winsen-aller.de abgegeben werden. 

Internetveröffentlichung
Der Inhalt der ortsüblichen Bekanntmachung sowie die auszulegenden Unterlagen werden gemäß § 4a Abs. 4 BauGB zu jedermanns Einsicht über ein zentrales Internetportal des Landes zugänglich gemacht.

Es wird darauf hingewiesen, dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Bauleitplan unberücksichtigt bleiben können.

Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass eine Vereinigung im Sinne des § 4 (3) Satz 1 Nr. 2 des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes in einem Rechtsbehelfsverfahren nach § 7 (2) des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes gemäß § 7 (3) Satz 1 des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes mit allen Einwendungen ausgeschlossen ist, die sie im Rahmen der Auslegungsfrist nicht oder nicht rechtszeitig geltend gemacht hat, aber hätte geltend machen können.

Umweltbezogene Informationen
Im Rahmen des frühzeitigen Beteiligungsverfahren gemäß § 3 (1) und § 4 (1) BauGB sind 8 inhaltliche Stellungnahmen eingegangen, die sich mit den umweltrelevanten Themenbereichen Überschwemmungsgebiet, Änderung des Geltungsbereiches, naturnahes Fließgewässer, Waldbelange, Regionales Raumordnungsprogramm, Landes-Raumordnungsprogramm, Waldabstand, öffentliche Bekanntmachung, Landschaftsrahmenplan, Löschwasser, Kampfmittel, avifanistisch wertvoller Bereich und Wolfsrudel auseinandersetzen.

Folgende Arten umweltbezogener Informationen sind verfügbar:

Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt
Im Geltungsbereich befinden sich Wohngebäude mit Nebengebäuden und Hausgärten sowie Acker (ein Biotoptypenplan liegt vor). Der Änderungsbereich tangiert den avifaunistischen wertvollen Bereiche für Brutvögel 2010 (ergänzt 2013) mit dem Status offen. Innerhalb des Änderungsbereiches kann ein Vorkommen von Bodenbrütern nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der Siedlungsbebauung ist das Potenzial des Habitats jedoch als eher gering einzuschätzen. Aufgrund der im Änderungsbereich vorhandenen Gehölze und Gebäude kann das Vorkommen von siedlungstoleranten Gehölz-, Gebäude-, sowie Höhlenbrütern und Fledermausquartieren nicht ausgeschlossen werden. Eine allgemeine Bedeutung des Plangebietes als Nahrungsraum für Vögel und Fledermäuse ist möglich. In der Umgebung des Änderungsbereiches kann das Vorkommen von Boden-, Gehölz-, und Höhlenbrütern sowie Fledermausquartieren nicht ausgeschlossen werden. Der Änderungsbereich befindet sich im unmittelbaren Bereich eines Wolfsrudels. In den Teilbereichen die aktuell landwirtschaftlich genutzt werden wird durch die Planung ein Verlust des Lebensraumes von Tieren und Pflanzen vorbereitet. Für die Schutzgüter Tiere und Pflanzen wird zum Teil eine erhebliche Beeinträchtigung vorbereitet. In den Bereichen der ehemaligen landwirtschaftlichen Hofstellen ist aufgrund der bestehenden Gebäudestruktur eine Übernahme des Bestandes anzunehmen. In diesen Bereichen des Änderungsgebietes wird daher keine erhebliche Beeinträchtigung auf die Schutzgüter Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt vorbereitet.

Boden
Hinweise zu Altlasten liegen für das Plangebiet nicht vor. Bei einer Änderung des Flächennutzungsplanes wird in den Bereichen der aktuell landwirtschaftlich genutzten Flächen eine Neuversiegelung vorbereitet. Dadurch werden die natürlichen Funktionen des Bodens als Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen, als Bestandteil des Wasser- und Nährstoffkreislaufes, als Filter- und Puffermedium für stoffliche Einwirkungen sowie als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte dauerhaft unterbunden. Das Schutzgut Boden wird erheblich beeinflusst. In den Bereichen der ehemaligen landwirtschaftlichen Hofstellen wird aufgrund der Bestandsübernahme keine Neuversiegelung vorbereitet. Eine erhebliche Beeinträchtigung des Schutzgutes Boden wird in diesen Bereichen nicht vorbereitet.

Wasser
Die Änderung des Flächennutzungsplanes bereitet auf den bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen eine Neuversiegelung vor. Dieses wirkt sich lediglich kleinräumig in Teilen des Änderungsbereiches auf das Grundwasser aus. Eine großräumige Auswirkung ist durch die Änderung des Flächennutzungsplanes nicht zu erwarten. Eine erhebliche Auswirkung auf das Schutzgut Wasser ist nicht ersichtlich.

Klima
Eine erhebliche Beeinträchtigung des Schutzgutes Klima ist nicht ersichtlich.

Landschaft
Das Landschaftsbild des Änderungsbereiches ist durch die landwirtschaftliche Nutzung sowie die ehemaligen Hofstellen mit Gärten geprägt. Durch die Darstellung des Änderungsbereiches als gemischte Baufläche wird auf Teilflächen die Veränderung des Landschaftsbildes vorbereitet. Die auf den bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen ermöglichten Baumaßnahmen beeinträchtigen das Landschaftsbild und verschieben den Siedlungsrand. Aufgrund der im Änderungsbereich vorhandenen ehemaligen Hofstellen ist die Veränderung des Landschaftsbildes geringfügig. Eine großräumige Veränderung des Landschaftsbildes ist nicht zu erwarten. Das Landschaftsbild wird nicht erheblich beeinträchtigt.

Mensch
Der Änderungsbereich umfasst landwirtschaftliche Nutzflächen sowie Wohnbebauung. Eine Erholungs- oder Freizeitnutzung ist nicht vorhanden. Durch den im Nordosten an den Geltungsbereich angrenzenden Wiesenweg ist keine hohe Lärmbelästigung vorhanden. Aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzflächen im Änderungsbereich und in der Umgebung ist eine temporäre und nutzungsbedingte Geruchsbelastung möglich. Erkennbare Risiken für schwere Unfälle oder Katastrophen sowie Störfallbetriebe sind innerhalb des Änderungsbereiches und dessen Umgebung nicht vorhanden. Der Änderungsbereich wird als gemischte Baufläche dargestellt. Dieses ermöglicht die Schaffung von Wohnraum mit der erwünschten Pferde- und Kleintierhaltung. Gemäß § 6 der Baunutzungsverordnung (BauNVO) dienen gemischte Bauflächen dem Wohnen sowie der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich stören. Weiterhin wird ein Sonstiges Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Wohnen mit Tieren“ dargestellt. Bei zukünftig möglichen Bauphasen entstehen kurzfristige Lärm-, Staub-, und Schadstoffemissionen, die aufgrund der geringen Dauer bei der Auswirkungsprognose der menschlichen Gesundheit unberücksichtigt bleiben. Eine erhebliche Beeinträchtigung des Schutzgutes Mensch ist nicht ersichtlich.

Kultur- und Sachgüter
Es sind keine Auswirkungen der Planung auf Kulturgüter ersichtlich. Aufgrund der Planung wird der Verlust des Sachgutes landwirtschaftliche Nutzfläche vorbereitet.

Wechselwirkungen zwischen den Umweltschutzgütern
Auswirkungen der Planung auf besondere Wechselwirkungen zwischen den Umweltschutzgütern sind nicht zu erwarten.

Maßnahmen zur Vermeidung, Verhinderung und Verringerung nachteiliger Umweltwirkungen
Durch folgende Maßnahmen wird im Rahmen der vorliegenden Planung zur Vermeidung, Verhinderung und Verringerung nachteiliger Umweltwirkungen beigetragen. Der Änderungsbereich ist besonders als Darstellung einer gemischten Baufläche und Sonstiges Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Wohnen mit Tieren“ geeignet, aufgrund der bereits vorhandenen ehemaligen landwirtschaftlichen Hofstellen, dessen Struktur auch für die gemischte Baufläche übernommen werden können. Weiterhin ist der angrenzende Wiesenweg bereits ausreichend ausgebaut. An das Änderungsgebiet grenzt die freie Landschaft an, daher eignet sich das Gebiet für eine Pferdehaltung.

Das Kompensationsdefizit sowie entsprechende Ausgleichmaßnahmen werden auf nachgeordneter Planungsebene (Bebauungsplanebene) ermittelt. Das genaue Kompensationsdefizit des Sonstigen Sondergebietes wird in dem im Parallelverfahren aufgestellten Bebauungsplan Nr. 10 ermittelt und die entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen beschrieben.

Winsen (Aller), den 25.09.2018
Gemeinde Winsen (Aller)
Der Bürgermeister
gez. Dirk Oelmann