Bebauungsplan Nr. 10 „Wiesenweg“, Ortsteil Meißendorf (Öffentliche Auslegung gemäß § 3 (2) BauGB)

a) Entwurfsbeschluss

b) Öffentliche Auslegung gemäß § 3 (2) BauGB

  1. Der Verwaltungsausschuss (VA) der Gemeinde Winsen (Aller) hat in seiner Sitzung am 18.09.2018 den Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 10 „Wiesenweg“, Ortsteil Meißendorf beschlossen. Gleichzeitig hat er dem Entwurf und der dazugehörigen Begründung mit Umweltbericht zugestimmt.
  2. In gleicher Sitzung hat der Verwaltungsausschuss (VA) der Gemeinde Winsen (Aller) die öffentliche Auslegung gemäß § 3 (2) BauGB beschlossen.

Mit der Aufstellung dieses Bebauungsplanes Nr. 10 „Wiesenweg“ wird die planungsrechtliche Voraussetzung für die Errichtung eines Wohnhauses und von Gebäuden für die Pferde- und Kleintierhaltung geschaffen.

Geltungsbereich
Der Bebauungsplan Nr. 10 „Wiesenweg“ liegt am westlichen Rand der Ortschaft Meißendorf, südwestlich des Wiesenweges. Der Geltungsbereich besteht aus den Teilbereichen A und B. Der Teilbereich A umfasst den nördlichen Teil des Flurstücks 19/18. Der Geltungsbereich wird im Nordwesten durch das Flurstück 19/17 und im Osten durch das Flurstück 19/10 begrenzt. Die nordöstliche Grenze des Plangebietes wird durch den Wiesenweg gebildet. In südlicher und westlicher Richtung schließen ackerbaulich genutzte Grundstücke an. Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 10 umfasst in Teilbereich A eine Fläche von ca. 1.970 qm. Der Teilbereich B liegt am südlichen Rand des Flurstückes Nr. 19/18.

Die genaue Lage des Plangebietes kann der nachfolgenden Abbildung entnommen werden.

Es wird der Öffentlichkeit Gelegenheit zur Stellungnahme zu der beabsichtigten Bauleitplanung gegeben. Gemäß § 3 (2) BauGB liegt der Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 10 „Wiesenweg“ mit Begründung und Umweltbericht ab dem 12.10.2018 bis einschließlich dem 13.11.2018 im Flur des Niefindthauses, Am Amtshof 7, Fachbereich II, Fachdienst Gemeindeplanung u. Tiefbau, 29308 Winsen (Aller), während der Sprechzeiten

Montag – Freitag        8.30 Uhr – 12.00 Uhr
Donnerstag                 8.30 Uhr – 12.00 Uhr und 14.00 Uhr -18.00 Uhr

zu jedermanns Einsicht öffentlich aus.

Sie haben dort auch Gelegenheit Fragen zu stellen und Ihre Stellungnahme schriftlich oder zur Niederschrift vorzubringen. Es besteht auch die Möglichkeit einen Termin außerhalb der Öffnungszeiten für die Einsichtnahme zu vereinbaren. Auskunft erteilt Frau Sauer, Am Amtshof 7, Zimmer 0.02, Tel.: 05143/9888-48. Während der Auslegungsfrist können Stellungnahmen, gerne auch per E-Mail an gemeindeplanung(at)winsen-aller.de abgegeben werden. 

Internetveröffentlichung
Der Inhalt der ortsüblichen Bekanntmachung sowie die auszulegenden Unterlagen werden gemäß § 4a Abs. 4 BauGB zu jedermanns Einsicht  über ein zentrales Internetportal des Landes zugänglich gemacht.

Es wird darauf hingewiesen, dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Bauleitplan unberücksichtigt bleiben können.

Umweltbezogene Informationen
Im Rahmen des frühzeitigen Beteiligungsverfahrens gemäß § 3 (1) und § 4 (1) BauGB sind 8 inhaltliche Stellungnahmen eingegangen, die sich mit den umweltrelevanten Themenbereichen Erforderlichkeit eines Mischgebiets, Regionales Raumordnungsprogramm, Landes-Raumordnungsprogramm, Eingrünung, öffentliche Bekanntmachung, Waldabstand, Waldbelange, Löschwasser, Ökokonto, Kampfmittel, Altablagerungen, Landschaftsrahmenplan, Überschwemmungsgebiet, avifaunistisch wertvoller Bereich, und Wolfsrudel auseinandersetzen.

Folgende Arten umweltbezogener Informationen sind verfügbar:

Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt
Das Plangebiet (Teilbereich A und B) besteht aus einer Ackerfläche (ein Biotoptypenplan liegt vor). Der Teilbereich A tangiert und der Teilbereich B befindet sich in dem avifaunistischen wertvollen Bereich für Brutvögel 2010 (ergänzt 2013) mit dem Status offen. Innerhalb des Plangebietes (Teilbereich A und B) kann ein Vorkommen von Bodenbrütern nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der Siedlungsbebauung in der Umgebung des Plangebietes ist das Potenzial des Habitats jedoch als eher gering einzuschätzen. Bäume und Gebäude sind im Plangebiet nicht vorhanden, ein Vorkommen von Gehölz- und Höhlenbrütern sowie Fledermäuse kann daher ausgeschlossen werden. Eine allgemeine Bedeutung des Plangebietes (Teilbereich A und B) als Nahrungsraum für Vögel und Fledermäuse ist möglich. Das Vorkommen von Gehölz-, Boden-, und Höhlenbrüter sowie Fledermausquartieren in der Umgebung des Plangebietes kann nicht ausgeschlossen werden. Das Plangebiet (beide Teilbereiche) befindet sich im unmittelbaren Bereich eines Wolfsrudels. Durch die Planung kommt es in dem Teilbereich A zu einem Verlust des Lebensraumes von Tieren und Pflanzen. Es entsteht eine erhebliche Beeinträchtigung der Schutzgüter Tiere und Pflanzen. In dem Teilbereich B werden Gehölze angepflanzt. Daher wird ein neuer Lebensraum für Tiere, Pflanzen geschaffen und die biologische Vielfalt erhöht.

Boden
Hinweise zu Altlasten liegen für das Plangebiet (Teilbereich A und B) nicht vor. Aufgrund des Bebauungsplans und der damit einhergehenden Versiegelung der Ackerfläche werden im Teilbereich A die natürlichen Funktionen des Bodens als Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen, als Bestandteil des Wasser- und Nährstoffkreislaufes, als Filter- und Puffermedium für stoffliche Einwirkungen sowie als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte dauerhaft unterbunden. Das Schutzgut Boden wird im Teilbereich A erheblich beeinflusst. Auf den unversiegelten Flächen des Plangebietes (Teilbereich A) ist eine Veränderung des Schutzgutes Boden aufgrund der Baumaßnahmen möglich. Die Bodenfunktionen dieser Fläche bleiben erhalten. Daher ist in diesen Bereichen keine erhebliche Beeinträchtigung des Bodens ersichtlich. Im Teilbereich B sind erhebliche Beeinträchtigungen der Schutzgüter Fläche und Boden nicht ersichtlich.

Wasser
Die Planung setzt fest, dass das auf den zusätzlich versiegelten Flächen anfallende Niederschlagswasser auf dem Grundstück zu versickern ist. Es sind im Plangebiet (beide Bereiche) keine erheblichen Auswirkungen des Schutzgutes Wasser zu erwarten.

Klima
Eine erhebliche Beeinträchtigung des Schutzgutes Klima ist nicht ersichtlich.

Landschaft
Das Landschaftsbild des Plangebietes (Teilbereich A und B) ist durch die ackerbauliche Nutzung geprägt und besitzt daher keine landschaftsbildrelevanten Strukturen. In der Umgebung des Plangebietes sind weitere landwirtschaftlich genutzte Flächen vorhanden sowie südlich angrenzende Wald, die das Landschaftsbild prägen. Innerhalb des Plangebietes kommt es zu einer Veränderung des Landschaftsbildes. Die zulässige Einzelhausbebauung mit zwei Vollgeschossen beeinträchtigt das Landschaftsbild im Teilbereich A und der Siedlungsrand wird verlagert. Die Planung schließt an bereits bebaute Umgebung an, daher ist eine großräumige Veränderung des Landschaftsbildes nicht zu erwarten. Das Landschaftsbild wird nicht erheblich beeinträchtigt. Durch die Anpflanzungen im Teilbereich B wird ein Waldsaum angelegt, der das Landschaftsbild positiv verändert.

Mensch
Das Plangebiet (beide Teilbereiche) umfasst eine landwirtschaftliche Nutzfläche und unterliegt daher keiner Erholungs- oder Freizeitnutzung. Durch die im Nordosten an das Plangebiet angrenzende Straße Wiesenweg ist keine hohe Lärmbelästigung vorhanden. Aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzflächen in der Umgebung ist eine temporäre und nutzungsbedingte Geruchsbelastung möglich. Erkennbare Risiken für schwere Unfälle oder Katastrophen sowie Störfallbetrieben sind innerhalb des Plangebietes und dessen Umgebung nicht vorhanden. Der Teilbereich A wird als Sonstiges Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Wohnen mit Tieren festgesetzt. Über die textlichen Festsetzungen wird der zulässige Nutzungskatalog definiert. Im Plangebiet ist nur Tierhaltung in einem Umfang zulässig, dass die relevanten Geruchsemissionswerte gemäß GIRL an der nächstgelegenen schützenswerten Wohnbebauung eingehalten werden. Bei der Bauphase entstehen kurzfristige Lärm-, Staub-, und Schadstoffemissionen, die aufgrund der geringen Dauer bei der Auswirkungsprognose der menschlichen Gesundheit unberücksichtigt bleiben. Im Teilbereich B sind Auswirkungen auf den Menschen nicht ersichtlich. Eine erhebliche Beeinträchtigung des Schutzgutes Mensch ist nicht ersichtlich.

Kultur- und Sachgüter
Kulturgüter sind für das Plangebiet nicht bekannt. Aufgrund der Planung geht das Sachgut landwirtschaftliche Nutzfläche verloren.

Wechselwirkungen zwischen den Umweltschutzgütern
Auswirkungen der Planung auf besondere Wechselwirkungen zwischen den Umweltschutzgütern sind nicht zu erwarten.

Maßnahmen zur Vermeidung, Verhinderung und Verringerung nachteiliger Umweltwirkungen
Durch folgende Maßnahmen wird im Rahmen der vorliegenden Planung zur Vermeidung, Verhinderung und Verringerung nachteiliger Umweltwirkungen beigetragen: An der nordwestlichen Grenze des Teilbereiches A wird eine Fläche zur Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern einer ausgewählten Pflanzliste festgesetzt. Zudem wird festgesetzt, dass das anfallende Niederschlagswasser innerhalb des Plangebietes zu versickern ist. Es wird eine Anzahl der Vollgeschosse von 2 festgesetzt, um die Auswirkungen auf das Landschaftsbild zu verringern.

Der Eingriff wird vollständig im Teilbereich B ausgeglichen. Das Ziel-Biotop der Ausgleichsmaßnahme ist ein Ruderalgebüsch mit einer extensiv genutzten Saumstruktur, welches als Übergangsbereich zwischen Wald- und Ackerfläche angelegt wird.

Winsen (Aller), den 25.09.2018
Gemeinde Winsen (Aller)
Der Bürgermeister
gez. Dirk Oelmann