Bannetzer Schleusenwärterhaus bleibt erhalten

Wer kennt die alte Weisheit nicht: „Was lange währt wird endlich gut!“ So geht es mir, wenn ich an das Schleusenwärterhaus in Bannetze denke.

Seit acht Jahren hat die Gemeinde Winsen versucht, in den Besitz des Gebäudes zu kommen, um es für die Bannetzer, aber auch für die gesamte Gemeinde Winsen, zu erhalten. Fast jeder in unserer Gemeinde kennt das Haus, das direkt am Allerradweg steht und in den letzten Jahren dem Verfall preisgegeben war. Viele Bürgerinnen und Bürger haben bei uns nachgefragt, wie man die Rettung des historischen Gebäudes unterstützen kann, doch sämtliche Versuche, das Gebäude zu vernünftigen Konditionen zu erwerben, scheiterten. Vor allem die rechtlichen Vorgaben für die Immobilie im Außenbereich machten den Erwerb unmöglich, da das Haus für allgemeine Wohnzwecke nicht genutzt werden darf und die Nutzung für die Allgemeinheit derart hohe Kosten nach sich zieht (z. B. die Gebäudesanierung, die Ertüchtigung des Zufahrtsweges, die Absicherung der Schleusenbeckens usw.), welche in keinem Verhältnis zum Wert des Gebäudes stehen.

Letztendlich ging es aus den genannten Gründen dann auch nur noch darum, eine Lösung zu finden, wie das historische und für Bannetze wichtige Haus erhalten werden kann, ohne dass dafür immens hohe Kosten entstehen, zumal die BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) nur einen Verkauf an die Gemeinde Winsen in Aussicht gestellt hatte. Nach langem Suchen kam dann die zündende und wohl auch einzig praktikable Idee; die Gemeinde Winsen erwirbt die Immobilie und verpachtet sie als Jagdhaus an eine Person, die das Haus dann auf eigene Kosten saniert und nach Ablauf der Pachtzeit an die Gemeinde Winsen zurück gibt. Durch den Pachtzins amortisiert sich der Kaufpreis, das Haus ist saniert und gleichzeitig auch im Eigentum der Gemeinde. Dieser Plan ist nun umgesetzt worden und somit bleibt das Schleusenwärterhaus erhalten und wird im nächsten Jahr wieder als ansehnliches Gebäude die Bannetzer Bevölkerung und alle vorbeikommenden Radfahrer und Spaziergänger erfreuen.

Erwähnt werden muss an dieser Stelle, dass dieser Plan nur umgesetzt werden konnte, weil zwei Bannetzer Bürger über acht Jahre an die Erhaltung des Gebäudes geglaubt und alle erdenklichen Hebel in Bewegung gesetzt haben, sich dabei durch keinen Rückschlag aus der Ruhe bringen ließen, immer wieder nach neuen Wegen gesucht haben und letztendlich auch die Lösung präsentierten. Mein Dank im Namen der Gemeinde und mein ganz persönlicher Respekt gehen hier an Prof. Mebus Geyh und Harry Fricke, denen der Erhalt des Bannetzer Schleusenwärterhauses in erster Linie zu verdanken ist. Viele haben in der Gemeindeverwaltung den Prozess mit Rat und Tat begleitet, die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann hat uns in Berlin viele Wege geebnet, die Winser Politik konnte für das Projekt begeistert werden – aber der Motor des Ganzen waren Prof. Geyh und Herr Fricke.

Man darf mit Fug und Recht behaupten, dass die beiden um fünf vor zwölf den geplanten Abriss in diesem Herbst verhindert haben. Allen Mitstreitern und allen voran den beiden Bannetzern meinen herzlichen Dank dafür, dass ein historisches Stück Winser Geschichte erhalten werden konnte.

Dirk Oelmann
Bürgermeister