Alle Kinder sind versorgt …

… und das war ein echter Kraftakt in diesem Jahr. Die Rede ist von den Kindern, die dieses Jahr in die Krippe oder in den Kindergarten kommen bzw. von der Krippe in den Kindergarten wechseln.

Dieses Jahr waren außergewöhnlich viele Kinder unterzubringen, ca. 15 % mehr als in den vorherigen Jahren. Woher diese außergewöhnlich hohe Zahl kommt ist absolut nicht erkennbar, es ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass jedes Kind ab einem Jahr einen Rechtsanspruch auf einen Krippen bzw. Kindergartenplatz bzw. einen Platz in der Kindertagespflege hat. Und wie in den Jahren zuvor haben wir den hohen Anspruch an uns, allen Kindern den Platz zur Verfügung zu stellen, den sie benötigen.

Denn was die wenigsten Eltern wissen ist, dass der Rechtsanspruch nur für eine Versorgung von vier Stunden täglich (und zwar vor- oder nachmittags, das liegt im Ermessen der Gemeinde) besteht, auch wenn die seit letztem Jahr geltende Beitragsfreiheit Kosten von bis zu acht Stunden abdeckt. Nun sind vier Stunden natürlich für Eltern, die zumindest halbtags beschäftigt sind, völlig utopisch, da Arbeit, Pause und Fahrtzeit in der Regel mindestens sechs Stunden ausmachen. In vielen Städten und Gemeinden wird aber durchaus mit der Vier-Stunden-Regel gearbeitet, um dem Rechtsanspruch zu genügen und eventuellen Regressforderungen zu entgehen.

In Winsen sind wir aber seit jeher und auch in diesem Jahr bestrebt gewesen, allen Familien die beantragten Zeiten in der Kindertagesstätte oder Kindertagespflege zu gewähren. Dass uns das gelungen würde war zu Beginn der sogenannten „Vergaberunde“ nicht wirklich zu erwarten, denn schon vorher waren die Kitas sehr gut ausgelastet und durch den bereits erwähnten „Superjahrgang“ kommen in diesem Jahr mehr Kinder in die Kitas, als schulpflichtige Kinder diese verlassen.

Da alle Kinder für eine längere Betreuungszeit als vier Stunden angemeldet wurden (der Mittelwert liegt bei ca. 6,5 Stunden) musste genau geschaut werden, in welcher unserer acht Kitas oder den zehn Kindertagespflegestellen die jeweiligen Kinder untergebracht werden können. Selbst hier auch noch die jeweilige Wunsch-Kita berücksichtigen zu können ist in vielen Fällen gelungen, allerdings nicht in allen. Da die Kitas logischerweise nicht alle im Zentrum von Winsen angesiedelt sein können und auch nicht sollen, um möglichst vielen Eltern lange Anfahrtswege zu ersparen, ist es manchmal auch nötig, Kinder aus Winsen z. B. in der Meißendorfer oder Waller Kita unterzubringen, da dort noch ein Platz mit der gewünschten und angemeldeten Betreuungszeit frei ist. Umgekehrt müssen diese Wege natürlich auch in Kauf genommen werden. Aber der eventuell längere Fahrweg ist allemal das kleinere Übel als ein Platz in der Wunsch-Kita, der dann vom zeitlichen Rahmen her nicht passt und dann die Familien vor weitaus größere Probleme stellt.

Da sich alle Winser Kitas und auch die Kindertagespflegestellen in einem ständigen Austausch befinden, um eine hohe Qualität der Betreuung sicherzustellen, ist auch garantiert, dass alle Kinder gleichermaßen vorbereitet die Kitas und Kindertagespflegestellen in Richtung Schule verlassen. Somit ist auch der „Superjahrgang“ vollständig und gut versorgt, ohne das Gruppen überbelegt werden mussten. Ein Dank an die Leitungen der kirchlichen und kommunalen Kitas und auch des Familienbüros der Gemeinde sowie der Kindergartenverwaltung der Gemeinde, die sehr kreativ die diesjährige Platzvergabe begleitet haben und somit die Unterbringung aller Kinder erreicht haben.

Dirk Oelmann 
Bürgermeister