Archivierte Berichte

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Zukunftssicherung auf den Friedhöfen

Schon seit geraumer Zeit stellen wir uns in der Verwaltung die Frage, wie wir die Friedhöfe in Winsen und den anderen Ortsteilen zukunftsfähiger gestalten können. Friedhof und Zukunft mag für den Einen oder Anderen jetzt wie ein Widerspruch in sich klingen, doch das Gegenteil ist der Fall.

Aufgrund von demografischen Veränderungen und anders gelagerten familiären Strukturen als noch vor 25 Jahren hat sich auch in der Bestattungskultur ein sehr spürbarer Wandel vollzogen. Gerade ältere Menschen fragen sich, wie sie später einmal bestattet werden wollen und wie die damit verbundene Grabpflege organisiert werden soll?

Kinder, sofern vorhanden, leben nicht unbedingt im Ort oder in der Nähe und so ist die entsprechende Grabpflege auch nur unzureichend gesichert bzw. mit einem finanziellen Aufwand, den sich nicht jeder leisten kann, über Fachfirmen zu erledigen. Auch in Winsen hat in den letzten Jahren ein Umdenken hin zu anonymen Bestattungen, Urnen- statt Sargbeisetzungen und „Abwandern“ in den Friedwald stattgefunden.

Gerade die Abwanderungen haben natürlich finanzielle Einbußen zur Folge, die sich inzwischen deutlich bemerkbar machen. Dazu muss man wissen, dass unsere sieben gemeindlichen Friedhöfe per Gesetz als kostenrechnende Einrichtung zu führen sind, was bedeutet, dass nicht mehr Geld für diese Friedhöfe ausgegeben werden darf, als durch sie auch eingenommen wird.

Weniger Einnahmen bei einer gleichbleibend großen Fläche, die zu unterhalten ist, führt natürlich zu einem Missverhältnis, dass es irgendwie auszugleichen gilt. Darüber hinaus fallen natürlich jetzt auch vermehrt Reparaturen z. B. an den Kapellen (meistens in den 1950er Jahren entstanden), an den Orgeln usw. an, die schnell erledigt werden müssen, um größere Schäden, die sonst daraus resultieren könnten, abzuwenden.

Auch wird in ca. einem halben Jahr das Konzept fertig sein, dass der Seniorenbeirat in Zusammenarbeit mit vielen Bürgerinnen und Bürgern gerade erarbeitet und dessen Fazit die Dinge aufzeigen wird, die notwendigerweise zur Zukunftssicherung unserer Friedhöfe geschehen müssen und die natürlich auch mit Investitionen verbunden sein werden.

Zur Finanzierung all der genannten Maßnahmen nun einfach die Friedhofsgebühren zu erhöhen wäre mit Sicherheit die schlechteste aller denkbaren Möglichkeiten. So haben wir uns dazu entschieden, derzeit ungenutzte Flächen auf den Friedhöfen in Wolthausen und Walle der Betreiberfirma des Celler Krematoriums anzubieten. Dort besteht ein Bedarf an anonymen Bestattungsflächen, den wir auf den genannten Friedhöfen anbieten können.

Die Folge daraus wird eine optische Aufwertung dieser Friedhöfe durch die Pflege der derzeitigen Brachflächen und eine nicht unerhebliche Einnahmequelle zur Finanzierung der genannten Vorhaben sein. Aus Wolthausen liegt von Seiten der Bürgerinnen und Bürger bereits die Zusage für die Unterstützung des Vorhabens vor und auch die bisher in Walle geführten Gespräche lassen eine positive Resonanz erkennen. Damit könnten wir den wichtigen Schritt in Richtung einer Zukunftssicherung für unsere Friedhöfe gehen und müssen uns nicht in einigen Jahren mit einer drohenden Schließung von Friedhöfen auseinandersetzen, was Experten mittlerweile vielen Städten und Gemeinden prognostizieren und was schon jetzt in vielen großen Städten wie z. B. Berlin geschieht.

Dirk Oelmann
Bürgermeister