Archivierte Berichte

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Umsiedlung der Mehlschwalben in Winsen (Aller) hat begonnen

Die ehemalige Hauptschule in Winsen (Aller) dient als Stamm-Brutstätte einer kleinen Mehlschwalbenkolonie, die jedes Jahr im April/Mai aus dem Mittelmeerraum in die Gemeinde Winsen (Aller) zurückkehrt. Mehlschwalben gehören zu den sogenannten Gebäudebrütern und sind deswegen sehr standorttreu. Die Nester werden aus lehmhaltiger Erde und Speichel gebaut, sodass die Nester an Gebäuden haften bleiben. Im Februar 2019 ist aufgefallen, dass auf dem Gelände sämtliche Mehlschwalbennester aufgrund des heißen Sommers 2018 porös und brüchig geworden waren oder eventuell auch mutwillig beschädigt worden sind. Die Nester waren leider nicht mehr zu retten. Mehlschwalben fallen in die Kategorie der besonders geschützten Arten,  deren Nester nach gesetzlicher Regelung nicht zerstört werden dürfen.

Auf dem ehemaligen Hauptschulgelände wird demnächst ein neuer Aldi-Discounter entstehen. Die Turnhalle und ein weiteres Gebäude, an dem die Nester bisher befestigt waren, müssen diesem Bauvorhaben leider weichen, sodass ein neuer Standort gesucht werden musste. Der  Leiter des Fachdienstes Gemeindeplanung und Tiefbau der  Gemeinde Winsen (Aller) Benjamin von Ahlen hat zusammen mit dem Vorsitzenden der NABU-Gruppe Winsen (Aller) Vorsitzenden Rainer Wauer und dem BUND-Vorsitzenden Heinrich Lammers sowie dem BUND-Schwalbenbeauftragten Uwe Vahldieck nach alternativen Nistplätzen für die Mehlschwalben gesucht. Es wurde sich darauf verständigt die Mehlschwalben an den angrenzenden Haesler-Bau umzusiedeln. Dieses Gebäude wird nämlich nicht im Zuge des Aldi-Neubaus abgerissen. Die hierfür erforderliche Genehmigung vom Landkreis Celle liegt nun vor. An  dem  Haesler-Bau wurden acht Doppelnester angebracht, die den Schwalben als Übergangsquartier dienen sollen. Sobald der geplante Aldi-Discounter fertiggestellt ist, wird auf dem zukünftigen Parkplatz ein Schwalbenhotel aufgestellt, welches den Mehlschwalben als langfristige Brutstätte zur Verfügung stehen wird. Zudem soll an geeigneter Stelle eine Lehmpfütze angelegt werden, die den Mehlschwalben zukünftig als Baustoffreservoir dienen wird. Eine entsprechende Genehmigung wurde bereits beim Landkreis Celle beantragt. „Ich bin erfreut über das einzigartige Engagement und danke allen Beteiligten für die gute Unterstützung“ so von Ahlen.

Die Kosten für diese Maßnahme teilen sich die Gemeinde Winsen (Aller), der BUND, der NABU Kreisverband Celle und die Aldi Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG. Wir danken Ihnen für die Unterstützung.

Nun müssen die Mehlschwalben den neuen Niststandort nur noch als solchen annehmen.