Archivierte Berichte

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Licht und Schatten

Zum letzten Mal in diesem Jahr melde ich mich mit einem „Der Bürgermeister informiert“ bei Ihnen. Es gibt noch ein paar Gedanken, die ich bisher nicht in dieser Rubrik unterbringen konnte, da es immer irgendwie nicht gepasst hat.

Ein Punkt ist die große Hilfsbereitschaft, die ich immer wieder in unserer Bevölkerung erleben darf. Egal bei welchem Thema, es gibt eigentlich immer Personen, die sich zuständig fühlen. Ganz besonders, weil in dieser Form auch sicher ein neues Thema in Winsen, ist mir das bei der Unterstützung der Asylbewerber aufgefallen.

Wir haben hier in Winsen eine Willkommenskultur entwickelt, die sicherlich in großem Umkreis beispielhaft ist und die mich hoffen lässt, dass solche fremdenfeindlichen Entwicklungen, wie wir sie in ganz Deutschland in diesen Tagen durch die Pegida-Bewegung erleben müssen, bei uns keine Chance haben.

Lassen Sie uns in diesem Bereich, aber auch in allen anderen Bereichen, in denen Unterstützung benötigt wird, so weitermachen. Winsen ist auf einem guten Weg und hat so für andere Kommunen mittlerweile Beispielcharakter erreicht, wie z. B. auch beim Bürgerbus, dem Heimatverein uvm.

Bei neuen Herausforderungen wie z. B. der Asylthematik rücken unsere alltäglichen Sorgen, die trotzdem weiterlaufen, oft in den Hintergrund. Auch in Winsen steigt der Anteil alter und zum Teil pflegebedürftiger Menschen. Oft nehmen die Nichtbetroffenen gar nicht wahr, was in diesem Umfeld alles geleistet werden muss, damit ein würdiges Altern und eine pflegerische Versorgung überhaupt möglich sind.

Unsere pflegenden Angehörigen, die Seniorenheime und die Pflegedienste leisten hier großartige Arbeit, die, gerade auch im Angesicht von knappem Fachpersonal und fehlendem Nachwuchs nicht selbstverständlich und schon gar nicht einfach ist, manch einem alten Menschen das Wohnen in der häuslichen Umgebung oder eine würdevolle Pflege auf diesem Wege aber erst ermöglicht.

Hierunter fällt zum Lebensende auch die Sterbebegleitung und die Palliativmedizin, wie sie von der Winser Krebsinitiative und Winser Ärzten vor Ort oder in Pflegeheimen von Privatpersonen geleistet werden. Etwas, dass über normale Betreuung oder Arbeit weit hinaus geht und unser aller Respekt verdient.

War Ihnen die Vorweihnachtszeit in Winsen auch zu dunkel und im Bereich der Geschäfte zu „unfestlich“? Da haben auch die drei von der Gemeinde aufgestellten Weihnachtsbäume an der Kreuzung, in der Poststaße und auf dem Marktplatz nicht allzu viel bewirkt. Die alte Weihnachtsbeleuchtung der Winser Gewerbetreibenden ist mittlerweile so marode und defekt, dass sie nicht mehr aufgehängt werden kann.

Für eine komplett neue, wie sie benötigt wird, fehlt den Gewerbetreibenden das Geld, denn die wenigen Einzelhändler, die im Ortskern bisher für festliche Beleuchtung gesorgt haben, können die Kosten aus Anschaffung und Strom nicht mehr allein tragen.

Die Filialisten, die zwar von der Beleuchtung ebenso profitieren wie die kleinen Geschäfte, beteiligen sich, wie das leider auch überall sonst der Fall ist, nicht an den Kosten.

Leider ist dieses Problem in diesem Jahr erst sehr spät ein Thema geworden, so dass nicht mehr darauf reagiert werden konnte, doch für nächstes Jahr sind Gespräche zwischen Gewerbeverein, Verkehrs- und Verschönerungsverein und der Gemeinde geplant, um für Weihnachten 2015 eine gemeinsame Lösung zu präsentieren.

Auch 2015 stehen wieder viele Entscheidungen an, die mit möglichst breiter Mehrheit im Rat zu fassen sind. Gerade in dem derzeit befindlichen Veränderungsprozess, in dem sich Winsen als Zentrum des Westkreises etablieren und dadurch Wachstum an Bevölkerung und Wirtschaftskraft generieren will, ist es notwendig, sich mit den wirklich wichtigen Dingen zu beschäftigen und nicht eine politische Kultur nach außen zu vermitteln, die Verunsicherung in der Gemeinde und über die Grenzen Winsens hinaus Ansehensverlust bedeutet.

Alle Politiker hier vor Ort sollten für 2015 den guten Vorsatz haben (und natürlich auch in die Tat umsetzen), hier wieder eine Basis für einen vernünftigen Umgang miteinander zum Wohle unserer Gemeinde und ihrer Bürgerinnen und Bürger zu finden. Wenn wir als Gemeinde weiterhin eine erfolgreiche Zukunft haben wollen, dann ist ein Umdenken im politischen Miteinander unerlässlich.

Vielen Dank all denen, die sich 2014 für unsere Gemeinde eingesetzt haben. Ich hoffe sehr, dass Winsen auch weiterhin auf diese breite Unterstützung bauen kann.

Allen Bürgerinnen und Bürgern wünsche ich im Namen von Rat und Verwaltung eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit und ein Jahr 2015, dass viele schöne und positive Erlebnisse für jeden einzelnen von uns bereit hält.

Dirk Oelmann
Bürgermeister