Die Winser Bockwindmühle

Die Winser Bockwindmühle ist eines der ältesten Winser Baudenkmale. Im Hausbalken ist die Jahreszahl 1732 eingeschnitzt. Heute umgeben von Bäumen und Häusern befand sich der Platz auf auf der Düne, auf dem sich mutmaßlich seit dem 15. Jahrhundert eine Mühle befand, weit außerhalb des Dorfes. Das Windrecht regelte, dass der Müller weder Bäume noch Häuser in der Nähe der Mühle dulden müsse, die ihm den Wind wegnehmen könnten.

1628 wird die Mühle in den Kämpfen des 30jährigen Krieges niedergebrannt, aber wohl bald wieder aufgebaut, da sie wenig später als steuerpflichtig in den Listen der Amtsvogtei auftaucht. Seit dem 16. Jahrhundert sind die Namen der Winser Müller überliefert. Seit 1899 betreibt der Windmüller Karl Ploetz die Winser Mühle. 1929 stellt er den Mühlenbetrieb ein, da die Konkurrenz der maschinell betriebenen Großmühlen einen profitablen Betrieb der Windmühle nicht mehr zulässt.

1930 bemüht sich die Stadt Celle gemeinsam mit dem Lönsbund und dem Celler Museums- und Verschönerungsverein die Winser Bockwindmühle, die einzige noch erhaltenen Mühle dieses Typs im Landkreis, zu kaufen um sie im Stadtgebiet als Zeuge einer vergangenen Zeit wieder aufzubauen und auch um den Verkauf nach außerhalb des Landkreises zu verhindern.

Als die Winser Bürger im Januar 1930 von den Plänen erfahren ist der Kaufvertrag schon abgeschlossen, für 1.700 Reichsmark ist die Winser Mühle nach Celle verkauft. Der Winser Verkehrsverein startet eine beispiellose Spendenaktion und schon wenige Tage später kann man in der Celleschen Zeitung lesen, dass die Bevölkerung Winsens bereit sei die gleiche Summe aufzubringen um den Verkauf der Mühle zu verhindern Die Stadt Celle zeigte sich einsichtig und trat vom Kauf zurück und der Winser Verkehrs- und Verschönerungsverein wurde Eigentümer der Mühle, die nun am historischen Ort erhalten blieb. 1938 wird die Gemeinde Winsen (Aller) Eigentümerin der Mühle.

Wind und Wetter sowie ein Blitzeinschlag machen immer wieder aufwändige Reparaturarbeiten erforderlich. 1968 werden die Winser Bürger erneut aufgerufen für dringende Reparaturarbeiten an den stark beschädigten vier Flügeln zu spenden. Auch diese Spendenaktion verlief überaus erfolgreich und die Mühle konnte detailgetreu restauriert werden. 1984 folgt eine Generalsanierung.

Bis auf das Mahlwerk ist auch das Innenleben der Mühle komplett wieder hergestellt.