Das Stechinelli Tor

Das Stechinelli Tor, erbaut im 17. Jahrhundert, ist das älteste profane Baudenkmal in Winsen (Aller). Die beiden Torpfeiler zieren die Wappen von Stechinelli (Hut) und seiner zweiten Ehefrau Agnese Elisabeth. Breyger (Rose).

Francesco Maria Capellini, genannt Stechinelli, wurde 1640 in Rimini (Italien) als Sohn einer adeligen Familie geboren. Als Günstling des Celler Herzog Georg Wilhelm kam er an den Celler Hof und machte schnell eine beispiellose Karriere. Zunächst wirkte er vor allem als herzoglicher Handelsagent des Hofes und bekam bald vom Herzog das Privileg des Handels mit fremden Weinen und Tuchen im ganzen Land. Von den Erlösen kaufte er zahlreiche Bürgerhäuser und Güter. 1677 kaufte er dem Junker von Hohnstedt das Gut Wieckenberg ab.

1678 wurde Stechinelli mit dem Amt des "General-Erbpostmeisters" für die Lande Hannover und Braunschweig belehnt. Bereits vier Jahre später verkaufte er seine Rechte für die gewaltige Summe von 36.000 Reichstalern an den Grafen Franz-Ernst von Platen. Stechinelli verstand es seinen Reichtum durch Kauf, Verkauf und Verpachtung von Grundstücken und Häusern stetig zu vermehren und galt als größter Kapitalgeber des Landes, der auch dem Herzog wiederholt größere Summen lieh.

Nicht nur in finanzieller Hinsicht war das Jahr 1688 für Stechinelli äußerst erfolgreich – im gleichen Jahr erhob Kaiser Leopold I.  die Familie Capellini mit dem Namen „von Wickenburg“ in den erblichen deutschen Reichsadelsstand.

1691 erwarb Stechinelli das Rittergut in Winsen. Stammsitz der Familie blieb aber das Gut in Wieckenberg.   Am 26. November 1694 starb Francesco  Maria Stechinelli in Hildesheim und wurde in der dortigen Magdalenen Kirche beigesetzt. Aus zwei Ehen hinterließ er 13 Kinder.

Das Rittergut in Winsen blieb noch bis 1729 im Besitz der Familie. 1882 brannten die Gutsgebäude ab. Der Brunnen vor dem Tor wurde später vom Gutshof hierhin versetzt.

Das Stechinellitor ziert das Wappen der Gemeinde Winsen (Aller) und gehört zu den Wahrzeichen des alten Ortes.